Wie pflege ich meine Locken selber?

 

Du möchtest deine Dreadlocks selber pflegen und nicht immer zur Dreadstylistin fahren? Sehr gut! Ich zeige dir hier einige wertvolle Tipps, wie du alleine deine Ansätze und Längen schön behalten kannst.

Dreadlocks reinigen:

  • Keine Substanzen wie Wachs, Haarspray oder Ähnliches verwenden. Hier gilt die Regel: „was in die Dreads reingeht, muss auch unbedingt wieder raus!“
  • Eventuell offene und brüchige Spitzen mit einem pflegenden Fluid oder Arganöl behandeln.
  • Du solltest ein Shampoo ohne Silikone wählen, am besten Naturkosmetik. Ich empfehle an dieser Stelle gern die DreadlocksSeife von GlenSoap aus dem Allgäu der die Seifen von LaVlausch aus der DreadFactory. Oft hört man von Kernseife – diese jedoch sollte man tatsächlich lieber nicht für die Haare nutzen! Sie hinterlassen oftmals Rückstände, die wie ein fettiger Film in den Dreadlocks sitzen. Aber auch das Shampoo von Alverde (grüner Deckel, „Volumen“, Hausmarke DM) hat sich oft bewährt und unterstützt das Filzen deiner Locs. Das Wichtigste bei allen Seifen und Shampoos: ausspülen! und zwar so lange, dass keine Bläschen mehr zu sehen sind und das Wasser klar ist.
  • Du solltest definitiv ein Shampoo oder eine Haarseife benutzen und nicht nur das Wasser alleine! Denn Wasser alleine spült das Haarfett nicht raus und umgibt das Haar wie einen Film und macht es glatt und rutschig. So kann dein Ansatz nicht alleine nachfilzen und auch das Nachhäkeln wird im Grunde nutzlos, da das Haar einfach wieder rausrutscht.
  • Ggf. am Ansatz ein sanfteres Shampoo verwenden als in den Längen. Manchmal braucht es für die Längen nicht unbedingt immer ein Shampoo und es reicht einfach nur Wasser.
  • Shampoo aufschäumen und den Schaum in den Dreads verteilen. Niemals auf den Dreads aufschäumen! Jedenfalls heißt es das in „Fachkreisen“. Ich nutze keinen Schwamm, muss ich gestehen. Ich achte aber darauf, alles gut zu spülen! Und das direkte Rubbeln auf der Kopfhaut kann natürlich auch Härchen aus dem Ansatz ziehen, weswegen es dann schnell wieder fusselig aussehen könnte. Das macht jeder dann nach seinem eigenen Gutdünken. Wichtig ist jedoch, dass du mit genug Schaum deine Kopfhaut mit gutem und noch angenehmen Druck massierst und so die Durchblutung auch anregst.
  • Auswaschen, bis kein Schaum mehr im ausgespülten Wasser zu sehen ist. Immer! Nimm dir die Zeit!
  • Ab und an oder auch nach jeder Haarwäsche empfiehlt sich eine „Saure Rinse“. Bereite eine große Schüssel mit Wasser und zwei bis drei Esslöffel Apfelessig vor. Diese Mischung nimmst du als Spülung nach dem Waschvorgang her. Der Geruch von Essig verschwindet beim Trocknen. (1L Wasser : 1EL Apfelessig)
  • Die Waschhäufigkeit hängt von der Kopfhaut ab. Es gibt daher keine genaue Empfehlung, da es für jeden Menschen einen anderen Rhythmus gibt. Manche waschen einmal pro Woche, andere alle zwei Tage oder sogar nur einmal im Monat. Tatsächlich sollte man aber regelmäßig die Kopfhaut waschen, denn fettige Haare filzen nicht. Ein Rhythmus von 7-14 Tagen ist daher meist genau richtig.
  • Die Dreads anschließend in ein Handtuch wickeln, ausdrücken (nicht wringen, denn das gibt Sollbruchstellen!), nicht rubbeln, sondern entweder mit einem Föhn oder einer Trockenhaube durchtrocknen, bzw. an der Luft trocknen lassen. Solltest du deine Dreadlocks föhnen wollen, nutze dafür lieber warme oder kalte Luft und nicht die ganz heiße Stufe.
  • Eine Tiefenreinigung sollte man nur maximal 1x im Jahr machen, nicht häufiger! 

Tight´n Roots:

  • Nimm deinen Dread zwischen zwei Finger gleich an der Stelle, wo der Filz am Ansatz endet und reibe den heraus gewachsenen Ansatz in kreisenden Bewegungen mit leichtem Druck auf deiner Kopfhaut.
  • Je länger dein Ansatz heraus gewachsen ist, desto größere kreisende Bewegungen machst du!
  • Du machst es so lange, bis sich ein Filzknäuel bzw. Flauschball unter deinen Fingern durch das Kreisen bildet.
  • Manchmal klappt es besser mit einem PeelingHandschuh.           
  • Wechsele die Richtung der kreisenden Bewegung nicht, sonst drehst du herein gedrehte Fusselhaare wieder aus dem Knäuel heraus.
  • Die Haare sollten ganz trocken sein, da sie sonst leicht brechen könnten!

Häkeln:

  • Es wird nur gehäkelt, wenn die Locks wirklich durch und durch trocken sind! Sonst gehen die Haare kaputt und die Locks werden brüchig!
  • Versuche die Fusselhaare neben deinem Dread mit zwei Fingern zu reiben, bis sie ein kleines Knäuel ergeben und lege diesen an deinen Dread entlang.
  • Dann ziehst du behutsam und gleichmäßig von allen Seiten rundherum die losen Haare in den Dread hinein.
  • Achte darauf, dass du nicht zu lange auf einer Stelle häkelst, da sonst der Dread dort brüchig werden kann.
  • Die Häkelnadel sollte eine Stärke von 0,5mm bis 0,75mm haben.
  • Bitte häkle nie oft in den Längen nach, denn auch die Längen benötigen ein wenig Zeit für den Filzprozess! Häkle nur, wenn sich Schlaufen und Knubbel bilden, wenn Palmrolling nicht mehr hilft.

Palmrolling:

  • Halte deinen Dread zwischen beiden Handinnenflächen und rolle deinen Dread mit festem Druck von Ansatz bis in die Spitzen.
  • Nach der Haarwäsche mit Handtuchtrockenem Haar ist es am effektivsten.
  • Du kannst auch hierbei Pflegeprodukte von RawRoots oder Dollylocks benutzen, die du zuvor leicht aufsprühst oder vorher auf deine Handinnenflächen verteilst.

1.-Hilfe bei Juckreiz:

  • Wenn du nach der Neuerstellung oder nach der Pflege unter Juckreiz leiden solltest, kannst du die betreffenden Stellen deiner Kopfhaut sehr gut mit schwarzem Tee behandeln. Dazu brühe einfach eine Tasse schwarzen Tee (ungesüßt natürlich) auf und lasse ihn mitsamt Teebeutel abkühlen. Dann nimmst du den Teebeutel, drückst ihn leicht aus und betupfst die Stellen an deinem Kopf damit. Das kannst du mehrfach pro Tag anwenden und es lindert die gereizte Stelle sehr schnell.

 

Solltest du noch weitere Fragen haben, dann melde dich gerne jederzeit bei mir für eine individuelle Beratung.

Deine Liliana